Aus der Philothea von Franz von Sales / dritter Teil / 11. Kapitel
Vollkommen macht uns allein die Liebe; Gehorsam, Keuschheit und Armut aber sind die drei
großen Mittel, zur Vollkommenheit zu gelangen.
Der Gehorsam weiht unser Herz, die Keuschheit unseren Leib, die Armut unseren Besitz der Liebe und dem Dienst Gottes. Sie sind die drei Arme des geistlichen Kreuzes; alle drei aber stehen auf dem Stamm der Demut.
Hier will ich nicht vom feierlichen Gelübde dieser drei Tugenden sprechen, das betrifft ja nur die Mönche; auch nicht von den einfachen Gelübden. Das Gelübde fügt zwar den Tugenden viel Gnade und Verdienst hinzu, es ist aber zur Vollkommenheit nicht notwendig, sie zu geloben, sondern sie zu üben. Wenn sie als Gelübde, besonders als feierliche Gelübde übernommen werden, dann stellen sie den Menschen in den Stand der Vollkommenheit; aber um den Menschen vollkommen zu machen, genügt es, sie zu üben. Zwischen der Vollkommenheit und dem Stand der Vollkommenheit ist ja ein großer Unterschied: Alle Bischöfe und Ordensleute sind im Stande der Vollkommenheit, leider aber nicht alle vollkommen, wie es nur zu offenkundig ist.
Der Gehorsam weiht unser Herz, die Keuschheit unseren Leib, die Armut unseren Besitz der Liebe und dem Dienst Gottes. Sie sind die drei Arme des geistlichen Kreuzes; alle drei aber stehen auf dem Stamm der Demut.
Hier will ich nicht vom feierlichen Gelübde dieser drei Tugenden sprechen, das betrifft ja nur die Mönche; auch nicht von den einfachen Gelübden. Das Gelübde fügt zwar den Tugenden viel Gnade und Verdienst hinzu, es ist aber zur Vollkommenheit nicht notwendig, sie zu geloben, sondern sie zu üben. Wenn sie als Gelübde, besonders als feierliche Gelübde übernommen werden, dann stellen sie den Menschen in den Stand der Vollkommenheit; aber um den Menschen vollkommen zu machen, genügt es, sie zu üben. Zwischen der Vollkommenheit und dem Stand der Vollkommenheit ist ja ein großer Unterschied: Alle Bischöfe und Ordensleute sind im Stande der Vollkommenheit, leider aber nicht alle vollkommen, wie es nur zu offenkundig ist.
